(C) S. 00000001 CHRISTEN CHRISTLICHE LEHREN BIBEL KATHOLISCH EVANGELISCH
BIBEL HEILIGE SCHRIFT DER CHRISTEN ALTES TESTAMENT
i.82.35-004010001
DATEI::/u/weber/aktenplan/00202uaa
Dies ist der Grund warum diese Texte bereitgestellt wurden !
Folgt nicht weiter den PHARISAEERN UND SCHRIFTGELEHRTEN !
Gott ist groesser als eine einzelen Glaubengemeinschaft !
Die Schriften des Alten Testaments
1:1 Die Bibel [griechisch b¡blos = Buch] oder die Heilige Schrift ist
eine Sammlung von Büchern, die das Alte und Neue Testament umfaßt.
Das Alte Testament wird von Juden und Christen als
Offenbarungsurkunde betrachtet. Die Bücher des Alten Testament
stammen von Verfassern, durch die Gott zu den Menschen spricht und
durch die das Volk Israel seinen Glauben an die Heilstaten und
Verheißungen Gottes bekennt. Juden und Christen glauben an die
Inspiration (Eingebung) dieser Bücher durch den Geist Gottes. Das
Verzeichnis der Bücher, die zur Heiligen Schrift gehören, nennt man
Kanon [griechisch k non = Maßstab], weil sie den Maßstab für den
Glauben darstellen. Jesus und seine Jünger übernahmen die Bücher der
Heiligen Schrift, wie sie ihr Volk kannte und beriefen sich in ihrer
Botschaft auf sie als auf das Wort Gottes.
1:2 Die Juden Palästinas unterschieden drei Teile der Bibel: die fünf
Bücher der Tora oder des Gesetzes (Genesis, Exodus, Levitikus,
Numeri, Deuteronomium), die sie Mose zuschrieben; die Bücher der
Propheten, die sie in die früheren (Josua, Richter, Samuel, Könige)
und die späteren Propheten (Jesaja, Jeremia, Ezechiel und das Buch
der zwölf kleinen Propheten) unterteilten; die (übrigen) Schriften
(Psalmen, Ijob, Sprichwörter, Rut, Klagelieder, Hoheslied, Kohelet,
Ester, Daniel, Esra-Nehemia und Chronik). Weil sie noch nicht die
Zweiteilung der Bücher Samuel, Könige, Esra-Nehemia und Chronik
kannten und die zwölf Kleinen Propheten noch in einem einzigen Buch
zusammenfaßten, zählten sie insgesamt 24 Bücher der Heiligen Schrift
erst in den christlichen Bibelausgaben teilte man die genannten
Bücher auf, so daß dieser Kanon 39 Bücher umfaßt, die sogenannten
protokanonischen Bücher [griechisch protos k non = erster Kanon].
Dieser Kanon ist im Vorwort zur griechischen Sirach-Übersetzung
vorausgesetzt und wurde um 100 n. Chr. vom Judentum allgemein
anerkannt.
1:3 Die griechisch sprechenden Juden der Diaspora in Ägypten lasen im
Gottesdienst der Synagoge die Bibel in einer griechischen
Übersetzung, der sogenannten Septuaginta(¯Siebzig®, weil angeblich
von siebzig Übersetzern stammend). Diese griechische Übersetzung
enthielt noch andere Bücher, die bei den Diasporajuden als heilige
Schriften galten. Von ihnen übernahm die christliche Kirche die
sieben sogenannten deuterokanonischen Bücher [griechisch d‚uteros
k non = zweiter Kanon] in ihre Bibel: Tobit, Judit, 1 und 2
Makkabäer, Baruch, Weisheit und Sirach, ferner zusätzliche Abschnitt
in den Büchern Daniel und Ester.
1:4 Demgegenüber legten die Führer der aramäisch sprechenden Juden
Palästinas auf der sog. ¯Synode® von Jamnia [Jabne, um 100 n. Chr.]
offiziell fest, welche Schriften kanonisch sind. Alle in griechische
Sprache geschriebenen Bücher wurden grundsätzlich für nicht-kanonisc
erklärt. In der hebräischen Bibel fehlen daher die sog.
deuterokanonischen Bücher.
1:5 In den christlichen Bibelausgaben wurden die Bücher neu geordnet
und eingeteilt, und zwar in Geschichtsbücher, Lehrbücher und
Prophetenbücher. Erst als die Schriften der Apostel und
Apostelschüler ebenfalls kanonisches Ansehen gewonnen hatten und zur
Heiligen Schrift gerechnet wurden (vgl. die Einleitung zum Neuen
Testament), unterschieden die christliche Theologen zwischen dem
Alten Testament und dem Neuen Testament, wobei ¯Testament®
[lateinisch testamentum] die Bedeutung ¯Bund® [griechisch: diath‚ke;
hebräisch: ber¡t] bekam.
1:6 Das erste Kanonverzeichnis der Kirche, das alle Bücher der
christlichen Bibel enthält, geht auf die Provinzialsynode von Hippo
(393 n. Chr.) zurück. Es wurde von der lateinischen Kirche und von
der Ostkirche übernommen und auf dem Konzil von Trient 1546
bestätigt. Diesen Kanon setzt die lateinische Bibelübersetzung, die
sogenannte Vulgata (= allgemein Verbreitete) voraus. Martin Luther
griff für seine Übersetzung bewußt auf den hebräischen Text zurück
und schied daher die deuterokanonischen Bücher wieder aus dem Kanon
aus. Er übersetzte sie zwar und empfahl ihre Lektüre, rechnete sie
aber nicht zur Heiligen Schrift. Seither bezeichnen die Kirchen der
Reformation diese Bücher als Apokryphen, das heißt als der Bibel
später zugefügte Schriften. Im Sprachgebrauch der katholischen
Theologen dagegen sind Apokryphen andere Bücher, die zwar zeitweise
in manchen jüdischen und christlichen Gemeinschaften zur Heiligen
Schrift gerechnet und im Gottesdienst vorgelesen wurden, die aber
weder die lateinische Kirche noch die Ostkirche in die Bibel aufnahm
Diese Bücher nennen die Theologen der reformatorischen Kirchen
Pseudepigraphen, das heißt fälschlich biblischen Personen
zugeschriebene Bücher.
1:7 Die protokanonischen Bücher sind in Hebräisch überliefert; nur
einige Abschnitte haben einen aramäischen Urtext. Die
deuterokanonischen Bücher sind nur in Griechisch erhalten geblieben.
1:8 Die Leitsätzen für die interkonfessionelle Zusammenarbeit bei der
Bibelübersetzung, die 1968 vom Weltbund der Bibelgesellschaften und
dem Sekretariat für die Einheit der Christen beschlossen wurden,
sehen vor, daß in ökumenischen Ausgaben die deuterokanonischen Büche
enthalten sind. Für die Bibelausgaben der Bibelgesellschaften wird
dabei auf die Möglichkeit verwiesen, die deuterokanonischen Teile von
dem Neuen Testament abzudrucken.
1:9 Die meisten Bücher des Alten Testaments sind in einem langen
Überlieferungsprozeß entstanden. Gott hat zunächst zu den
Patriarchen, zu Mose, zu den Propheten und anderen Gottesmännern
gesprochen. Diese haben die Offenbarung teils mündlich, teils
schriftlich weitergegeben. Die Lehrer Israels haben das so empfangen
Wort Gottes betend durchdacht, erläutert und erweitert. Schließlich
fanden sich Männer, die der so weitergegebenen Überlieferung jene
endgültige schriftliche Form gaben, die Jesus und die Urkirche als
Heilige Schrift anerkannten und der Kirche anvertrauten.
Die fünf Bücher des Mose
2:1 Die Bücher Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium
bilden bei den Juden eine Einheit, die sie Tor (Gesetz) nennen, weil
sie das Gesetz enthalten, das Mose auf dem Sinai von Gott für Israel
empfangen hat und das die Grundlage für den Bund zwischen Gott und
Israel bildet. Wegen des großen Umfangs teilten schon die Juden die
Tor in fünf Bücher ein. Die fünf Buchrollen verwahrte man in den
Synagogen in einem Behälter. Darum nannten bereits die Kirchenväter
die Sammlung dieser fünf Buchrollen Pentateuch (Fünfrollenbehälter).
Diese fünf Bücher wurden an den Sabbaten und Hochfesten in der
Syagoge gelesen, und zwar fortlaufend in einer einjährigen oder
dreijährigen Leseordnung. Die Lesung der Tor ist bis heute
wesentlicher Bestandteil des jüdischen Gottesdienstes.
2:2 Nach jüdischer und christlicher Tradition hat Mose die Tor
geschrieben, um sein Volk die Heilsgeschichte von der Erschaffung der
Welt bis zum Einzug Israels in das den Erzvätern verheißene Land zu
lehren. In die Geschichtsdarstellung sind die Gesetzestexte
aufgenommen, die die Juden als das Bundesgesetz vom Sinai verstehen.
Die moderne Bibelwissenschaft hat an zeitgeschichtlichen und
literarischen Unstimmigkeiten, an Unterschieden in den Gottesnamen,
im Wortschatz, im Stil, an den verschiedenen ¯Theologien®, und an
anderen Merkmalen festgestellt, daß der Pentateuch eine große, aus
mehreren literarischen Schichten bestehende Sammlung von
Überlieferungen ist, die in ihrem Kern bis auf die Zeit des Mose (13
Jahrhundert v. Chr.) zurückgehen können.
Das Buch Genesis
E-1 Das erste der fünf Bücher Mose heißt in der griechischen und in
der lateinischen Übersetzung Genesis (Entstehung), weil es von der
Entstehung der Welt, der Menschheit und des Volkes Israel handelt.
Die Juden nennen das Buch nach dem Anfangswort Bereschit (Im Anfang)
Es gliedert sich in zwei Hauptteile: Urgeschichte (Kap. 1 - 11) und
Patriarchengeschichte (Kap. 12-50). In der Patriarchengschichte
unterscheidet man: die Geschichte der Erzväter (Kap. 12 - 36) und die
Geschichte der Söhne Jakobs (Kap. 37 - 50).
E-2 Die theologische Bedeutung des Buches liegt in seinen Aussagen
über Gott als den Schöpfer der Welt und den Herrn der Geschichte.
Wichtig ist dabei vor allem die Erschaffung der Welt durch Gottes
Wort, die Gottebenbildlichkeit des Menschen, die Erzählung von
Paradies und Sündenfall, von der Sintflut und dem Bund mit Noach, von
der gnadenhaften Erwählung Abrahams und seiner Nachkommen als
Segensmittler für die ganze Menschheit, von den Verheißungen an die
Patriarchen. Alles Handeln Gottes in der Geschichte ist nach dieser
Sicht letztlich auf das Heil des Menschen ausgerichtet.
E-3 Das Buch Genesis verarbeitet älteste Überlieferungen Israels und
seiner Nachbarvölker über die Urgeschichte der Menschheit und die
Vorgeschichte Israels. Es wählt davon Ereignisse aus, die für die
Menschheitsgeschichte charakteristisch sind, und zeigt an bet
stimmten Personen, wie Gott die Menschen zum Heil beruft, wie die
Menschen das Heilsangebot Gottes ausschlagen und sich damit selbst
immer tiefer ins Unheil stürzen; es zeigt aber auch, wie Gott in
Abraham und seinen Nachkommen dem Fluch den unverdienten Segen
entgegensetzt, an dem alle Menschen Anteil erhalten sollen (Gen
12,3).
E-4 Die Erzählungen der Urgeschichte sind weder als
naturwissenschaftliche Aussagen noch als Geschichtsdarstellung,
sondern als Glaubensaussagen über das Wesen der Welt und des Menschen
und über deren Beziehung zu Gott zu verstehen. Die Geschichte der
Erzväter und der Söhne Jakobs sind zwar in Einzelheiten ebenfalls
nicht historisch nachprüfbar, doch stimmen die politischen, sozialen
rechtlichen, kulturellen und religiösen Zustände, die hier geshilder
werden, weithin mit den Verhältnissen überein, wie sie die heutige
Forschung für Palästina und seine Umwelt in der Zeit vor Mose, d. h.
für die sog. Mittlere und Spätere Bronzezeit, erschlossen hat. Man
darf die Geschichtsdarstellung des Buches Genesis nicht an der
modernen Geschichtsschreibung messen, sondern man muß sie als antike
Geschichtsschreibung und als theologische Geschichtsdeutung
beurteilen. Der die Verfasser des Buches inspirierende Gott wollte
uns nicht genaue Einzelheiten über die Entstehung der Welt und des
Menschen mitteilen oder uns über den exakten Verlauf der
Patriarchengeschichte unterrichten. Vielmehr wollte er an den
erzählten Begebenheiten sein Heilsangebot und die typischen
Reaktionen des Menschen darauf aufzeigen. Damit wollte der deutlich
machen, daß er auch Sünder zu Trägern und Vermittlern von Segen und
Heil erwählt.
Die Anfänge: 1,1 - 11,9
Die Erschaffung der Welt: 1,1 - 2,4a
1:1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde;
2,4b; Joh 1,1-3
1-2,4a: Im Gegensatz zu Schöpfungsvorstellungen der Umwelt
Israels, nach denen die Elemente des Kosmos Gottheiten sind und
durch göttliche Zeugungen entstanden, lehrt hier die priesterliche
Tradition Israels, daß alle Dinge, Pflanzen, Tiere und der Mensch
durch Gottes Wort entstanden sind. Dabei setzt sie die antike
Weltsicht voraus, stellt die Bewegungen und Veränderungen am
gestirnten Himmel und auf der Erde so dar, wie sie sich dem
Augenschein zeigen, und setzt voraus, daß Gott, von dem Israel die
Siebentagewoche mit dem Sabbat als Ruhetag im Bundesgesetz erhalten
hat, auch selbst sich bei der Erschaffung der Welt an das Schema der
Siebentagewoche gehalten hat. Durch die Erschaffung des Menschen
nach Gottes Ebenbild, das letzte Schöpfungswerk, wird der Mensch als
Krone und Herr der Schöpfung herausgehoben.
1:2 die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und
Gottes Geist schwebte über dem Wasser.
1:3 Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.
1:4 Gott sah, daß das Licht gut war. Gott schied das Licht von der
Finsternis,
1:5 und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht.
Es wurde Abend, und es wurde Morgen: erster Tag.
1:6 Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im Wasser und scheide
Wasser von Wasser.
Nach dem Weltbild seiner Zeit stellt sich der Verfasser das
Firmament als eine Halbkugel aus festem Stoff vor, die das
Chaoswasser so teilt, daß über ihr und unter ihr Wasser ist, wobei
vom oberen Wasser durch Öffnungen im Firmament der Regen herabströmt
1:7 Gott machte also das Gewölbe und schied das Wasser unterhalb des
Gewölbes vom Wasser oberhalb des Gewölbes. So geschah es,
1:8 und Gott nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend, und es wurde
Morgen: zweiter Tag.
1:9 Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des Himmels sammle sich an
einem Ort, damit das Trockene sichtbar werde. So geschah es.
1:10 Das Trockene nannte Gott Land, und das angesammelte Wasser nannte er
Meer. Gott sah, daß es gut war.
1:11 Dann sprach Gott: Das Land lasse junges Grün wachsen, alle Arten von
Pflanzen, die Samen tragen, und von Bäumen, die auf der Erde Früchte
bringen mit ihrem Samen darin. So geschah es.
1:12 Das Land brachte junges Grün hervor, alle Arten von Pflanzen, die
Samen tragen, alle Arten von Bäumen, die Früchte bringen mit ihrem
Samen darin. Gott sah, daß es gut war.
1:13 Es wurde Abend, und es wurde Morgen: dritter Tag.
1:14 Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und
Nacht zu scheiden. Sie sollen Zeichen sein und zur Bestimmung von
Festzeiten, von Tagen und Jahren dienen;
Ps 136,7-9
1:15 sie sollen Lichter am Himmelsgewölbe sein, die über die Erde hin
leuchten. So geschah es.
1:16 Gott machte die beiden großen Lichter, das größere, das über den Tag
herrscht, das kleinere, das über die Nacht herrscht, auch die
Sterne.
1:17 Gott setzte die Lichter an das Himmelsgewölbe, damit sie über die
Erde hin leuchten,
1:18 über Tag und Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis
scheiden. Gott sah, daß es gut war.
1:19 Es wurde Abend, und es wurde Morgen: vierter Tag.
1:20 Dann sprach Gott: Das Wasser wimmle von lebendigen Wesen, und Vögel
sollen über dem Land am Himmelsgewölbe dahinfliegen.
1:21 Gott schuf alle Arten von großen Seetieren und anderen Lebewesen,
von denen das Wasser wimmelt, und alle Arten von gefiederten Vögeln.
Gott sah, daß es gut war.
1:22 Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar, und vermehrt euch, und
bevölkert das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich auf dem Land
vermehren.
1:23 Es wurde Abend, und es wurde Morgen: fünfter Tag.
1:24 Dann sprach Gott: Das Land bringe alle Arten von lebendigen Wesen
hervor, von Vieh, von Kriechtieren und von Tieren des Feldes. So
geschah es.
1:25 Gott machte alle Arten von Tieren des Feldes, alle Arten von Vieh
und alle Arten von Kriechtieren auf dem Erdboden. Gott sah, daß es
gut war.
1:26 Dann sprach Gott: Laßt uns Menschen machen als unser Abbild, uns
ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die
Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle
Kriechtiere auf dem Land.
2,7; Ps 8,6-9; Eph 4,24; Kol 3,10
1:27 Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes
schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.
5,1f
1:28 Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, und
vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, und herrscht
über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle
Tiere, die sich auf dem Land regen.
1:29 Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der
ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen
Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen.
9,3
1:30 Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was
sich auf der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle
grünen Pflanzen zur Nahrung. So geschah es.
1:31 Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut. Es wurde
Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag.
2:1 So wurden Himmel und Erde vollendet und ihr ganzes Gefüge.
2:2 Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte,
und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht
hatte.
Ex 20,8-11
2:3 Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn
an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet
hatte.
2:4 Das ist die Entstehungsgeschichte von Himmel und Erde, als sie
erschaffen wurden.
Das Paradies: 2,4b-25
Zur Zeit, als Gott, der Herr, Erde und Himmel machte,
1,1
4b-24: Hier liegt eine ältere Schöpfungsdarstellung vor, in der der
Schwerpunkt auf der Erschaffung des Menschen und seiner Lebensordnung
(Ehe, Familie, mitmenschliche Gemeinschaft) liegt. Der Mensch scheint
noch vor den Pflanzen und Tieren erschaffen zu sein und wird so als
Haupt der Schöpfung herausgehoben. - Dadurch, daß der letzte
Pentateuchüberarbeiter so verschiedene Schöpfungsdarstellungen
miteinander verbindet, zeigt er, daß es ihm nicht auf die
naturwissenschaftlichen Gegebenheiten, sondern auf die religiösen
Aussagen der beiden Texte ankommt: Alles ist von Gott erschaffen; der
Mensch ist nicht das Produkt der Natur, sondern der von Gott in die
Welt gesetzte Partner Gottes; der Mensch ist auf Gemeinschaft hin
erschaffen; der Mensch hat als Ebenbild Gottes Anteil an der
Herrschaft Gottes über die Welt.
2:5 gab es auf der Erde noch keine Feldsträucher und wuchsen noch keine
Feldpflanzen; denn Gott, der Herr, hatte es auf die Erde noch nicht
regnen lassen, und es gab noch keinen Menschen, der den Ackerboden
bestellte;
2:6 aber Feuchtigkeit stieg aus der Erde auf und tränkte die ganze
Fläche des Ackerbodens.
Feuchtigkeit: in H ein Wort unbekannter Bedeutung.
2:7 Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und
blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem
lebendigen Wesen.
1,26f
In H Wortspiel mit den Ausdrücken für Ackerboden (adam h) und
Mensch (ad m).
2:8 Dann legte Gott, der Herr, in Eden, im Osten, einen Garten an und
setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte.
2:9 Gott, der Herr, ließ aus dem Ackerboden allerlei Bäume wachsen,
verlockend anzusehen und mit köstlichen Früchten, in der Mitte des
Gartens aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut
und Böse.
2:10 Ein Strom entspringt in Eden, der den Garten bewässert; dort teilt
er sich und wird zu vier Hauptflüssen.
2:11 Der eine heißt Pischon; er ist es, der das ganze Land Hawila
umfließt, wo es Gold gibt.
11-14: Die Flüsse Pischon und Gihon sowie das Land Hawila lassen
sich geographisch nicht bestimmen. Kusch ist etwa der heutige Sudan
mit Teilen Äthiopiens; Assur ist die alte Hauptstadt des
Assyrerreichs.
2:12 Das Gold jenes Landes ist gut; dort gibt es auch Bdelliumharz und
Karneolsteine.
Bdellium ist ein Harz zur Salbenherstellung.
2:13 Der zweite Strom heißt Gihon; er ist es, der das ganze Land Kusch
umfließt.
2:14 Der dritte Strom heißt Tigris; er ist es, der östlich an Assur
vorbeifließt. Der vierte Strom ist der Eufrat.
2:15 Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten
von Eden, damit er ihn bebaue und hüte.
2:16 Dann gebot Gott, der Herr, dem Menschen: Von allen Bäumen des
Gartens darfst du essen,
2:17 doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen;
denn sobald du davon ißt, wirst du sterben.
2:18 Dann sprach Gott, der Herr: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein
bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.
2:19 Gott, der Herr, formte aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und
alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu, um zu sehen,
wie er sie benennen würde. Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen
benannte, so sollte es heißen.
2:20 Der Mensch gab Namen allem Vieh, den Vögeln des Himmels und allen
Tieren des Feldes. Aber eine Hilfe, die dem Menschen entsprach, fand
er nicht.
2:21 Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen,
so daß er einschlief, nahm eine seiner Rippen und verschloß ihre
Stelle mit Fleisch.
21-23: Da sich Israel die Vielheit der Menschen nicht ohne eine
gemeinsame Abstammung vorstellen kann, andererseits keinen
doppelgeschlechtlichen Urmenschen kennt wie andere Völker, stellt man
sich vor, die Frau sei irgendwie aus dem Mann entstanden. Bei der in
Israel geläufigen Redensart ®ein Bein und ein Fleisch¯ für enge
Verwandtschaft und Gemeinschaft - man kannte keine Verwandtschaft dem
Blut nach - lag es nahe, an die Entstehung der Frau aus dem ®Bein und
Fleisch¯ des Mannes zu denken. Nur Gott konnte die Frau auf diese
Weise entstehen lassen.
2:22 Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen
hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu.
2:23 Und der Mensch sprach: Das endlich ist Bein von meinem Bein und
Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie heißen; denn vom Mann ist
sie genommen.
denn . . .: Die Ausdrücke für Mann (isch) und Frau (isch h) sind
im Hebräischen ähnlich.
2:24 Darum verläßt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine
Frau, und sie werden ein Fleisch.
Mt 19,5; Mk 10,8; Eph 5,31; 1 Kor 6,16
2:25 Beide, Adam und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich
nicht voreinander.
Der Fall des Menschen: 3,1-24
3:1 Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der
Herr, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich
gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?
Joh 8,44
1-24: In einfacher und bildhafter Sprache und an Hand eines
typischen Beispiels aus dem Alltag stellt der Erzähler die erste
Sünde und ihre verhängnisvollen Folgen dar. Die Schlange ist Sinnbil
für die gefährliche Macht des Bösen und für die Hinterhältigkeit. Der
Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse sind
Bilder für die nur Gott zukommenden Eigenschaften der Unsterblichkeit
und des umfassenden Wissens, über die der Mensch nicht von sich aus
verfügen kann, die Gott ihm aber unter Umständen aus Gnade schenkt.
3:2 Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im
Garten dürfen wir essen;
Offb 12,9
3:3 nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht,
hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen, und daran dürft ihr
nicht rühren, sonst werdet ihr sterben.
2,17
3:4 Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben.
3:5 Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon eßt, gehen euch die Augen auf;
ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.
3:6 Da sah die Frau, daß es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, daß
der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie
nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei
ihr war, und auch er aß.
Weish 2,23f; Sir 25,24
3:7 Da gingen beiden die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt
waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen
Schurz.
3:8 Als sie Gott, den Herrn, im Garten gegen den Tagwind einherschreiten
hörten, versteckten sich Adam und seine Frau vor Gott, dem Herrn,
unter den Bäumen des Gartens.
3:9 Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: Wo bist du?
3:10 Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich
in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.
3:11 Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du von
dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?
3:12 Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir
von dem Baum gegeben, und so habe ich gegessen.
3:13 Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau
antwortete: Die Schlange hat mich verführt, und so habe ich
gegessen.
3:14 Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist
du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem
Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens.
3:15 Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen
Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du
triffst ihn an der Ferse.
3:16 Zur Frau sprach er: Viel Mühsal bereite ich dir, sooft du schwanger
wirst. Unter Schmerzen gebierst du Kinder. Du hast Verlangen nach
deinem Mann; er aber wird über dich herrschen.
3:17 Zu Adam sprach er: Weil du auf deine Frau gehört und von dem Baum
gegessen hast, von dem zu essen ich dir verboten hatte: So ist
verflucht der Ackerboden deinetwegen. Unter Mühsal wirst du von ihm
essen alle Tage deines Lebens.
3:18 Dornen und Disteln läßt er dir wachsen, und die Pflanzen des Feldes
mußt du essen.
3:19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du
zurückkehrst zum Ackerboden; von ihm bist du ja genommen. Denn Staub
bist du, zum Staub mußt du zurück.
3:20 Adam nannte seine Frau Eva (Leben), denn sie wurde die Mutter aller
Lebendigen.
3:21 Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Röcke aus Fellen und
bekleidete sie damit.
3:22 Dann sprach Gott, der Herr: Seht, der Mensch ist geworden wie wir;
er erkennt Gut und Böse. Daß er jetzt nicht die Hand ausstreckt,
auch vom Baum des Lebens nimmt, davon ißt und ewig lebt!
3:23 Gott, der Herr, schickte ihn aus dem Garten von Eden weg, damit er
den Ackerboden bestellte, von dem er genommen war.
3:24 Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden
die Kerubim auf und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg
zum Baum des Lebens bewachten.
Eden ist ein symbolischer Ort großer Fruchtbarkeit, den man
geographisch nicht festlegen kann. - Kerubim sind Engelgestalten.
Übermenschliche Wesen und Feuer bewachen in den Urzeiterzählungen
vieler Völker den Zugang zu verbotenen Orten.
Kain und Abel: 4,1-16
4:1 Adam erkannte Eva, seine Frau; sie wurde schwanger und gebar Kain.
Da sagte sie: Ich habe einen Mann vom Herrn erworben.
Die Worte Evas sind ein Wortspiel mit dem Namen Kain, der im
Hebräischen an das Zeitwort für ®erwerben¯ (kan h) anklingt.
4:2 Sie gebar ein zweites Mal, nämlich Abel, seinen Bruder. Abel wurde
Schafhirt und Kain Ackerbauer.
Abel bedeutet Windhauch, erinnert also an die Kürze und
Hinfälligkeit des Lebens (vgl. Koh 1,2).
4:3 Nach einiger Zeit brachte Kain dem Herrn ein Opfer von den Früchten
des Feldes dar;
4:4 auch Abel brachte eines dar von den Erstlingen seiner Herde und von
ihrem Fett. Der Herr schaute auf Abel und sein Opfer,
von ihrem Fett, andere Übersetzungsmöglichkeit: von ihren
fettesten Tieren.
4:5 aber auf Kain und sein Opfer schaute er nicht. Da überlief es Kain
ganz heiß, und sein Blick senkte sich.
4:6 Der Herr sprach zu Kain: Warum überläuft es dich heiß, und warum
senkt sich dein Blick?
4:7 Nicht wahr, wenn du recht tust, darfst du aufblicken; wenn du nicht
recht tust, lauert an der Tür die Sünde als Dämon. Auf dich hat er
es abgesehen, doch du werde Herr über ihn!
als Dämon: sinngemäß ergänzt; in H steht trotz des weiblichen
Wortes für Sünde eine männliche Zeitwortform, die an einen
Unheilsdämon erinnert. Deswegen wird der ganze Satz mit männlichen
Formen gebildet. Er will sagen: Nicht den Dämon des Mythus sollst du
fürchten, sondern die Sünde, die der gefährlichste Dämon ist.
4:8 Hierauf sagte Kain zu seinem Bruder Abel: Gehen wir aufs Feld! Als
sie auf dem Feld waren, griff Kain seinen Bruder Abel an und
erschlug ihn.
Gehen wir aufs Feld!: nach den alten Übersetzungen ergänzt.
4:9 Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er entgegnete:
Ich weiß es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders?
4:10 Der Herr sprach: Was hast du getan? Das Blut deines Bruders schreit
zu mir vom Ackerboden.
4:11 So bist du verflucht, verbannt vom Ackerboden, der seinen Mund
aufgesperrt hat, um aus deiner Hand das Blut deines Bruders
aufzunehmen.
4:12 Wenn du den Ackerboden bestellst, wird er dir keinen Ertrag mehr
bringen. Rastlos und ruhelos wirst du auf der Erde sein.
4:13 Kain antwortete dem Herrn: Zu groß ist meine Schuld, als daß ich sie
tragen könnte.
4:14 Du hast mich heute vom Ackerland verjagt, und ich muß mich vor
deinem Angesicht verbergen; rastlos und ruhelos werde ich auf der
Erde sein, und wer mich findet, wird mich erschlagen.
4:15 Der Herr aber sprach zu ihm: Darum soll jeder, der Kain erschlägt,
siebenfacher Rache verfallen. Darauf machte der Herr dem Kain ein
Zeichen, damit ihn keiner erschlage, der ihn finde.
4:16 Dann ging Kain vom Herrn weg und ließ sich im Land Nod nieder,
östlich von Eden.
Wortspiel mit Nod und dem Wort für ®ruhelos¯ (nad).
Die Nachkommen Kains: 4,17-24
4:17 Kain erkannte seine Frau; sie wurde schwanger und gebar Henoch. Kain
wurde Gründer einer Stadt und benannte sie nach seinem Sohn Henoch.
Zur Frau Kains und zur Stadtgründung, die viele andere Menschen
voraussetzt, ist zu bedenken, daß die Erzählungen von Gen in vielen
Namen handelnder Personen Typen für Menschengruppen (Völker,
Berufsgruppen, Einwohner von Städten) sehen und daß ®zeugen¯ und
®Sohn¯ nicht immer die natürliche Abstammung, sondern auch die
Verwandtschaft über mehrere Generationen hinweg zum Ausdruck bringt.
4:18 Dem Henoch wurde Irad geboren; Irad zeugte Mehuja‰l, Mehuja‰l zeugte
Metuscha‰l, und Metuscha‰l zeugte Lamech.
4:19 Lamech nahm sich zwei Frauen; die eine hieß Ada, die andere Zilla.
4:20 Ada gebar Jabal; er wurde der Stammvater derer, die in Zelten und
beim Vieh wohnen.
4:21 Sein Bruder hieß Jubal; er wurde der Stammvater aller Zither- und
Flötenspieler.
4:22 Auch Zilla gebar, und zwar Tubal-Kajin, der die Geräte aller Erz-
und Eisenhandwerker schmiedete. Die Schwester Tubal-Kajins war
Naama.
4:23 Lamech sagte zu seinen Frauen: Ada und Zilla, hört auf meine Stimme,
ihr Frauen Lamechs, lauscht meiner Rede! Ja, einen Mann erschlage
ich für eine Wunde und einen Knaben für eine Strieme.
4:24 Wird Kain siebenfach gerächt, dann Lamech siebenundsiebzigfach.
Die Nachkommen Sets: 4,25 - 5,32
4:25 Adam erkannte noch einmal seine Frau. Sie gebar einen Sohn und
nannte ihn Set (Setzling); denn sie sagte: Gott setzte mir anderen
Nachwuchs ein für Abel, weil ihn Kain erschlug.
Bis hierher war es im einzelnen fraglich, ob man adam mit ®Mensch¯
übersetzen oder es als Eigenname Adam wiedergeben soll. Erst von hier
ab ist Adam sicher Eigenname. - Die Worte Evas erklären sich als
Wortspiel mit dem Namen Set, der an das hebräische Zeitwort schat
(einsetzen) erinnert.
4:26 Auch dem Set wurde ein Sohn geboren, und er nannte ihn Enosch.
Damals begann man den Namen des Herrn anzurufen.
Auch der Name Enosch bedeutet ®Mensch¯. - Hier und an den meisten
Stellen, wo in dieser Übersetzung ®der Herr¯ für Gott steht,
gebraucht H den Eigennamen Jahwe. Die Übersetzer folgen der Traditio
der Juden und Christen, den Eigennamen Jahwe, den die Juden wegen Ex
20,7 = Dtn 5,11 nicht auszusprechen wagten, mit ®der Herr¯ zu
umschreiben. Nur wo es unumgänglich schien, wurde der Eigenname
belassen (vgl. Ex 3,15).
5:1 Das ist die Liste der Geschlechterfolge nach Adam: Am Tag, da Gott
den Menschen erschuf, machte er ihn Gott ähnlich.
(1f) 1,26f
1-32: Zu den Angaben über das hohe Lebensalter der Urväter ist zu
bedenken, daß sie nur in der jüngsten Pentateuchschicht stehen; dies
arbeitet gern mit symbolischen Zahlenwerten, die wir heute nicht mehr
durchschauen. Die babylonischen Listen der Urkönige kennen noch viel
höhere Lebensjahre bzw. Regierungszeiten.
5:2 Als Mann und Frau erschuf er sie, er segnete sie und nannte sie
Mensch an dem Tag, da sie erschaffen wurden.
5:3 Adam war hundertdreißig Jahre alt, da zeugte er einen Sohn, der ihm
ähnlich war, wie sein Abbild, und nannte ihn Set.
1,26f
5:4 Nach der Geburt Sets lebte Adam noch achthundert Jahre und zeugte
Söhne und Töchter.
5:5 Die gesamte Lebenszeit Adams betrug neunhundertdreißig Jahre, dann
starb er.
5:6 Set war hundertfünf Jahre alt, da zeugte er Enosch.
5:7 Nach der Geburt des Enosch lebte Set noch achthundertsieben Jahre
und zeugte Söhne und Töchter.
5:8 Die gesamte Lebenszeit Sets betrug neunhundertzwölf Jahre, dann
starb er.
5:9 Enosch war neunzig Jahre alt, da zeugte er Kenan.
5:10 Nach der Geburt Kenans lebte Enosch noch achthundertfünfzehn Jahre
und zeugte Söhne und Töchter.
5:11 Die gesamte Lebenszeit des Enosch betrug neunhundertfünf Jahre, dann
starb er.
5:12 Kenan war siebzig Jahre alt, da zeugte er Mahalalel.
5:13 Nach der Geburt Mahalalels lebte Kenan noch achthundertvierzig Jahre
und zeugte Söhne und Töchter.
5:14 Die gesamte Lebenszeit Kenans betrug neunhundertzehn Jahre, dann
starb er.
5:15 Mahalalel war fünfundsechzig Jahre alt, da zeugte er Jered.
5:16 Nach der Geburt Jereds lebte Mahalalel noch achthundertdreißig Jahre
und zeugte Söhne und Töchter.
5:17 Die gesamte Lebenszeit Mahalalels betrug achthundertfünfundneunzig
Jahre, dann starb er.
5:18 Jered war hundertzweiundsechzig Jahre alt, da zeugte er Henoch.
5:19 Nach der Geburt Henochs lebte Jered noch achthundert Jahre und
zeugte Söhne und Töchter.
5:20 Die gesamte Lebenszeit Jereds betrug neunhundertzweiundsechzig
Jahre, dann starb er.
5:21 Henoch war fünfundsechzig Jahre alt, da zeugte er Metuschelach.
5:22 Nach der Geburt Metuschelachs ging Henoch seinen Weg mit Gott noch
dreihundert Jahre lang und zeugte Söhne und Töchter.
5:23 Die gesamte Lebenszeit Henochs betrug dreihundertfünfundsechzig
Jahre.
5:24 Henoch war seinen Weg mit Gott gegangen, dann war er nicht mehr da;
denn Gott hatte ihn aufgenommen.
5:25 Metuschelach war hundertsiebenundachtzig Jahre alt, da zeugte er
Lamech.
5:26 Nach der Geburt Lamechs lebte Metuschelach noch
siebenhundertzweiundachtzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
5:27 Die gesamte Lebenszeit Metuschelachs betrug
neunhundertneunundsechzig Jahre, dann starb er.
5:28 Lamech war hundertzweiundachtzig Jahre alt, da zeugte er einen Sohn
5:29 und nannte ihn Noach (Ruhe). Dabei sagte er: Er wird uns aufatmen
lassen von unserer Arbeit und von der Mühe unserer Hände um den
Ackerboden, den der Herr verflucht hat.
3,17
Wortspiel mit dem Namen Noach und den Zeitwörtern für ®ruhen¯
(n£ach) und ®trösten¯ (nih m).
5:30 Nach der Geburt Noachs lebte Lamech noch fünfhundertfünfundneunzig
Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
5:31 Die gesamte Lebenszeit Lamechs betrug siebenhundertsiebenundsiebzig
Jahre, dann starb er.
5:32 Noach zeugte im Alter von fünfhundert Jahren Sem, Ham und Jafet.
Noach und die Sintflut: 6,1 - 9,29
Die Bosheit der Menschen: 6,1-8
6:1 Als sich die Menschen über die Erde hin zu vermehren begannen und
ihnen Töchter geboren wurden,
1-4: Der letzte Überarbeiter des Pentateuch fügt hier eine alte
Tradition über die Entstehung der Riesen ein. Ursprünglich waren die
®Gottessöhne¯ als überirdische Wesen gedacht, die nach den Sagen
vieler Völker mit menschlichen Frauen verkehrten und so die Riesen
oder die Helden der Vorzeit zeugten. Im heutigen Zusammenhang, für
den die alte Erzählung stark gekürzt wurde, werden die Gottessöhne
entweder als Engel gedeutet (vgl. Ijob 1,6; 2,1; 38,7; Dan 3,92), die
aus ihrer Ordnung gefallen sind, oder als die Nachkommen Sets, die
als fromm galten und darum als ®Gottessöhne¯ bezeichnet werden
konnten, aber nun Ehen mit den weiblichen Nachkommen Kains eingingen
mit den ®Menschentöchtern¯, so daß die Laster der Kainiten auch auf
die Setiten übergriffen. Der Bearbeiter greift diese Tradition auf,
um das auffällige Absinken des Lebensalters der Urväter vor der Flut
auf das viel niedrigere Lebensalter nach der Flut zu erklären.
6:2 sahen die Gottessöhne, wie schön die Menschentöchter waren, und sie
nahmen sich von ihnen Frauen, wie es ihnen gefiel.
6:3 Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht für immer im Menschen
bleiben, weil er auch Fleisch ist; daher soll seine Lebenszeit
hundertzwanzig Jahre betragen.
6:4 In jenen Tagen gab es auf der Erde die Riesen, und auch später noch,
nachdem sich die Gottessöhne mit den Menschentöchtern eingelassen
und diese ihnen Kinder geboren hatten. Das sind die Helden der
Vorzeit, die berühmten Männer.
6:5 Der Herr sah, daß auf der Erde die Schlechtigkeit des Menschen
zunahm und daß alles Sinnen und Trachten seines Herzens immer nur
böse war.
8,21
5-9,29: In der Sintfluterzählung werden alte Traditionen und
wahrscheinlich bereits zwei schriftliche Quellen verarbeitet, um die
verhängnisvollen Folgen der Sünde zu veranschaulichen. Sintflutsagen
finden sich bei vielen Völkern; am nächsten stehen der Bibel
babylonische Sintfluterzählungen, die sich aber durch das mythische
Beiwerk und durch das Schweigen von einer Schuld des Menschen
wesentlich unterscheiden.
6:6 Da reute es den Herrn, auf der Erde den Menschen gemacht zu haben,
und es tat seinem Herzen weh.
6:7 Der Herr sagte: Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom
Erdboden vertilgen, mit ihm auch das Vieh, die Kriechtiere und die
Vögel des Himmels, denn es reut mich, sie gemacht zu haben.
6:8 Nur Noach fand Gnade in den Augen des Herrn.
Gottes Sorge um Noach: 6,9 - 7,16
6:9 Das ist die Geschlechterfolge nach Noach: Noach war ein gerechter,
untadeliger Mann unter seinen Zeitgenossen; er ging seinen Weg mit
Gott.
6:10 Noach zeugte drei Söhne, Sem, Ham und Jafet.
6:11 Die Erde aber war in Gottes Augen verdorben, sie war voller
Gewalttat.
6:12 Gott sah sich die Erde an: Sie war verdorben; denn alle Wesen aus
Fleisch auf der Erde lebten verdorben.
6:13 Da sprach Gott zu Noach: Ich sehe, das Ende aller Wesen aus Fleisch
ist da; denn durch sie ist die Erde voller Gewalttat. Nun will ich
sie zugleich mit der Erde verderben.
durch sie: durch die Menschen, die mit den ®Wesen aus Fleisch¯
neben den Tieren vor allem gemeint sind.
6:14 Mach dir eine Arche aus Zypressenholz! Statte sie mit Kammern aus,
und dichte sie innen und außen mit Pech ab!
6:15 So sollst du die Arche bauen: Dreihundert Ellen lang, fünfzig Ellen
breit und dreißig Ellen hoch soll sie sein.
6:16 Mach der Arche ein Dach, und hebe es genau um eine Elle nach oben
an! Den Eingang der Arche bring an der Seite an! Richte ein unteres,
ein zweites und ein drittes Stockwerk ein!
hebe es an: H unklar; vielleicht ist gemeint: Das Dach soll in der
Mitte eine Elle höher sein als an den Seiten, damit das Wasser
abfließen kann.
6:17 Ich will nämlich die Flut über die Erde bringen, um alle Wesen aus
Fleisch unter dem Himmel, alles, was Lebensgeist in sich hat, zu
verderben. Alles auf Erden soll verenden.
6:18 Mit dir aber schließe ich meinen Bund. Geh in die Arche, du, deine
Söhne, deine Frau und die Frauen deiner Söhne!
6:19 Von allem, was lebt, von allen Wesen aus Fleisch, führe je zwei in
die Arche, damit sie mit dir am Leben bleiben; je ein Männchen und
ein Weibchen sollen es sein.
6:20 Von allen Arten der Vögel, von allen Arten des Viehs, von allen
Arten der Kriechtiere auf dem Erdboden sollen je zwei zu dir kommen,
damit sie am Leben bleiben.
6:21 Nimm dir von allem Eßbaren mit, und leg dir einen Vorrat an! Dir und
ihnen soll es zur Nahrung dienen.
6:22 Noach tat alles genau so, wie ihm Gott aufgetragen hatte.
7:1 Darauf sprach der Herr zu Noach: Geh in die Arche, du und dein
ganzes Haus, denn ich habe gesehen, daß du unter deinen Zeitgenossen
vor mir gerecht bist.
7:2 Von allen reinen Tieren nimm dir je sieben Paare mit, und von allen
unreinen Tieren je ein Paar,
7:3 auch von den Vögeln des Himmels je sieben Männchen und Weibchen, um
Nachwuchs auf der ganzen Erde am Leben zu erhalten.
7:4 Denn noch sieben Tage dauert es, dann lasse ich es vierzig Tage und
vierzig Nächte lang auf die Erde regnen und tilge vom Erdboden alle
Wesen, die ich gemacht habe.
7:5 Noach tat alles, was ihm der Herr aufgetragen hatte.
7:6 Noach war sechshundert Jahre alt, als die Flut über die Erde kam.
7:7 Noach ging also mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner
Söhne in die Arche, bevor das Wasser der Flut kam.
7:8 Von den reinen und unreinen Tieren, von den Vögeln und allem, was
sich auf dem Erdboden regt,
7:9 kamen immer zwei zu Noach in die Arche, Männchen und Weibchen, wie
Gott dem Noach aufgetragen hatte.
7:10 Als die sieben Tage vorbei waren, kam das Wasser der Flut über die
Erde,
7:11 im sechshundertsten Lebensjahr Noachs, am siebzehnten Tag des
zweiten Monats. An diesem Tag brachen alle Quellen der gewaltigen
Urflut auf, und die Schleusen des Himmels öffneten sich.
7:12 Der Regen ergoß sich vierzig Tage und vierzig Nächte lang auf die
Erde.
7:13 Genau an jenem Tag waren Noach, die Söhne Noachs, Sem, Ham und
Jafet, Noachs Frau und mit ihnen die drei Frauen seiner Söhne in die
Arche gegangen,
7:14 sie und alle Arten der Tiere, alle Arten des Viehs und alle Arten
der Kriechtiere, die sich auf der Erde regen, und alle Arten der
Vögel, des fliegenden Getiers.
7:15 Sie waren zu Noach in die Arche gekommen, immer zwei von allen Wesen
aus Fleisch, in denen Lebensgeist ist.
7:16 Von allen Tieren waren Männchen und Weibchen gekommen, wie Gott ihm
aufgetragen hatte. Dann schloß der Herr hinter ihm zu.
Die große Flut: 7,17 - 8,22
7:17 Die Flut auf der Erde dauerte vierzig Tage. Das Wasser stieg und hob
die Arche immer höher über die Erde.
7:18 Das Wasser schwoll an und stieg immer mehr auf der Erde, die Arche
aber trieb auf dem Wasser dahin.
7:19 Das Wasser war auf der Erde gewaltig angeschwollen und bedeckte alle
hohen Berge, die es unter dem ganzen Himmel gibt.
7:20 Das Wasser war fünfzehn Ellen über die Berge hinaus angeschwollen
und hatte sie zugedeckt.
7:21 Da verendeten alle Wesen aus Fleisch, die sich auf der Erde geregt
hatten, Vögel, Vieh und sonstige Tiere, alles, wovon die Erde
gewimmelt hatte, und auch alle Menschen.
7:22 Alles, was auf der Erde durch die Nase Lebensgeist atmete, kam um.
7:23 Gott vertilgte also alle Wesen auf dem Erdboden, Menschen, Vieh,
Kriechtiere und die Vögel des Himmels; sie alle wurden vom Erdboden
vertilgt. Übrig blieb nur Noach und was mit ihm in der Arche war.
7:24 Das Wasser aber schwoll hundertfünfzig Tage lang auf der Erde an.
8:1 Da dachte Gott an Noach und an alle Tiere und an alles Vieh, das bei
ihm in der Arche war. Gott ließ einen Wind über die Erde wehen, und
das Wasser sank.
8:2 Die Quellen der Urflut und die Schleusen des Himmels schlossen sich;
der Regen vom Himmel ließ nach,
8:3 und das Wasser verlief sich allmählich von der Erde. So nahm das
Wasser nach hundertfünfzig Tagen ab.
8:4 Am siebzehnten Tag des siebten Monats setzte die Arche im Gebirge
Ararat auf.
8:5 Das Wasser nahm immer mehr ab, bis zum zehnten Monat. Am ersten Tag
des zehnten Monats wurden die Berggipfel sichtbar.
8:6 Nach vierzig Tagen öffnete Noach das Fenster der Arche, das er
gemacht hatte,
8:7 und ließ einen Raben hinaus. Der flog aus und ein, bis das Wasser
auf der Erde vertrocknet war.
8:8 Dann ließ er eine Taube hinaus, um zu sehen, ob das Wasser auf der
Erde abgenommen habe.
8:9 Die Taube fand keinen Halt für ihre Füße und kehrte zu ihm in die
Arche zurück, weil über der ganzen Erde noch Wasser stand. Er
streckte seine Hand aus und nahm die Taube wieder zu sich in die
Arche.
8:10 Dann wartete er noch weitere sieben Tage und ließ wieder die Taube
aus der Arche.
8:11 Gegen Abend kam die Taube zu ihm zurück, und siehe da: In ihrem
Schnabel hatte sie einen frischen Olivenzweig. Jetzt wußte Noach,
daß nur noch wenig Wasser auf der Erde stand.
8:12 Er wartete weitere sieben Tage und ließ die Taube noch einmal
hinaus. Nun kehrte sie nicht mehr zu ihm zurück.
8:13 Im sechshundertersten Jahr Noachs, am ersten Tag des ersten Monats,
hatte sich das Wasser verlaufen. Da entfernte Noach das Verdeck der
Arche, blickte hinaus, und siehe: Die Erdoberfläche war trocken.
7,11
8:14 Am siebenundzwanzigsten Tag des zweiten Monats war die Erde trocken.
8:15 Da sprach Gott zu Noach:
8:16 Komm heraus aus der Arche, du, deine Frau, deine Söhne und die
Frauen deiner Söhne!
8:17 Bring mit dir alle Tiere heraus, alle Wesen aus Fleisch, die Vögel,
das Vieh und alle Kriechtiere, die sich auf der Erde regen. Auf der
Erde soll es von ihnen wimmeln; sie sollen fruchtbar sein und sich
auf der Erde vermehren.
1,22.28
8:18 Da kam Noach heraus, er, seine Söhne, seine Frau und die Frauen
seiner Söhne.
8:19 Auch alle Tiere kamen, nach Gattungen geordnet, aus der Arche, die
Kriechtiere, die Vögel, alles, was sich auf der Erde regt.
8:20 Dann baute Noach dem Herrn einen Altar, nahm von allen reinen Tieren
und von allen reinen Vögeln und brachte auf dem Altar Brandopfer
dar.
8:21 Der Herr roch den beruhigenden Duft, und der Herr sprach bei sich:
Ich will die Erde wegen des Menschen nicht noch einmal verfluchen;
denn das Trachten des Menschen ist böse von Jugend an. Ich will
künftig nicht mehr alles Lebendige vernichten, wie ich es getan
habe.
6,5
Der ®beruhigende Duft¯ ist der Duft der Opfer, der den Zorn Gottes
besänftigt; der Ausdruck stammt aus der formelhaften Sprache der
Opferritualien (vgl. Ex 29,18.25.41; Lev 1,9.13.17).
8:22 So lange die Erde besteht, sollen nicht aufhören Aussaat und Ernte,
Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
Gottes Bund mit Noach: 9,1-17
9:1 Dann segnete Gott Noach und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid
fruchtbar, vermehrt euch, und bevölkert die Erde!
1,28; 9,7
9:2 Furcht und Schrecken vor euch soll sich auf alle Tiere der Erde
legen, auf alle Vögel des Himmels, auf alles, was sich auf der Erde
regt, und auf alle Fische des Meeres; euch sind sie übergeben.
9:3 Alles Lebendige, das sich regt, soll euch zur Nahrung dienen. Alles
übergebe ich euch wie die grünen Pflanzen.
1,29
9:4 Nur Fleisch, in dem noch Blut ist, dürft ihr nicht essen.
9:5 Wenn aber euer Blut vergossen wird, fordere ich Rechenschaft, und
zwar für das Blut eines jeden von euch. Von jedem Tier fordere ich
Rechenschaft und vom Menschen. Für das Leben des Menschen fordere
ich Rechenschaft von jedem seiner Brüder.
9:6 Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut wird durch Menschen
vergossen. Denn: Als Abbild Gottes hat er den Menschen gemacht.
1,26-28
9:7 Seid fruchtbar, und vermehrt euch; bevölkert die Erde, und vermehrt
euch auf ihr!
9,1
9:8 Dann sprach Gott zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren:
9:9 Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und mit euren Nachkommen
9:10 und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen
Tieren des Feldes, mit allen Tieren der Erde, die mit euch aus der
Arche gekommen sind.
9:11 Ich habe meinen Bund mit euch geschlossen: Nie wieder sollen alle
Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder
soll eine Flut kommen und die Erde verderben.
9:12 Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte
zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle
kommenden Generationen:
9:13 Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein
zwischen mir und der Erde.
9:14 Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in
den Wolken,
9:15 dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und
allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie
wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch vernichtet.
9:16 Steht der Bogen in den Wolken, so werde ich auf ihn sehen und des
ewigen Bundes gedenken zwischen Gott und allen lebenden Wesen, allen
Wesen aus Fleisch auf der Erde.
9:17 Und Gott sprach zu Noach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich
zwischen mir und allen Wesen aus Fleisch auf der Erde geschlossen
habe.
Noachs Fluch und Segen: 9,18-29
9:18 Die Söhne Noachs, die aus der Arche gekommen waren, sind Sem, Ham
und Jafet. Ham ist der Vater Kanaans.
9:19 Diese drei sind die Söhne Noachs; von ihnen stammen alle Völker der
Erde ab.
9:20 Noach wurde der erste Ackerbauer und pflanzte einen Weinberg.
9:21 Er trank von dem Wein, wurde davon betrunken und lag entblößt in
seinem Zelt.
9:22 Ham, der Vater Kanaans, sah die Blöße seines Vaters und erzählte
davon draußen seinen Brüdern.
9:23 Da nahmen Sem und Jafet einen Überwurf; den legten sich beide auf
die Schultern, gingen rückwärts und bedeckten die Blöße ihres
Vaters. Sie hatten ihr Gesicht abgewandt und konnten die Blöße des
Vaters nicht sehen.
9:24 Als Noach aus seinem Rausch erwachte und erfuhr, was ihm sein
zweiter Sohn angetan hatte,
9:25 sagte er: Verflucht sei Kanaan. Der niedrigste Knecht sei er seinen
Brüdern.
9:26 Und weiter sagte er: Gepriesen sei der Herr, der Gott Sems, Kanaan
aber sei sein Knecht.
9:27 Raum schaffe Gott für Jafet. In Sems Zelten wohne er, Kanaan aber
sei sein Knecht.
Wortspiel mit dem Namen Jafet und dem ähnlich klingenden Zeitwort
®er schaffe Raum¯ (jaft).
9:28 Noach lebte nach der Flut noch dreihundertfünfzig Jahre.
9:29 Die gesamte Lebenszeit Noachs betrug neunhundertfünfzig Jahre, dann
starb er.
Die Nachkommen Noachs - Völkertafel: 10,1-32
10:1 Das ist die Geschlechterfolge nach den Söhnen Noachs, Sem, Ham und
Jafet. Ihnen wurden nach der Flut Söhne geboren.
10:2 Die Söhne Jafets sind Gomer, Magog, Madai, Jawan, Tubal, Meschech
und Tiras.
10:3 Die Söhne Gomers sind Aschkenas, Rifat und Togarma.
10:4 Die Söhne Jawans sind Elischa, Tarschisch, die Kittäer und die
Rodaniter.
In H steht Dodaniter; wahrscheinlich ist aber Rodaniter zu lesen
wie in 1 Chr 1,7. Die hebräischen Buchstaben d und r sind einander
sehr ähnlich und konnten leicht verwechselt werden.
10:5 Von ihnen zweigten sich die Inselvölker in ihren verschiedenen
Ländern ab, jedes nach seiner Sprache und seinen Sippenverbänden in
ihren Völkerschaften.
10:6 Die Söhne Hams sind Kusch, Ägypten, Put und Kanaan.
Eine Eigenart solcher alter Listen ist es, daß darin Städte und
Länder wie Personen angeführt werden. Nach hebräischer Denkweise
haben auch Städte und Länder einen Stammvater (vgl. die Anmerkung zu
4,17).
10:7 Die Söhne von Kusch sind Seba, Hawila, Sabta, Ragma und Sabtecha,
und die Söhne Ragmas sind Saba und Dedan.
10:8 Kusch zeugte Nimrod; dieser wurde der erste Held auf der Erde.
10:9 Er war ein tüchtiger Jäger vor dem Herrn. Deshalb pflegt man zu
sagen: Ein tüchtiger Jäger vor dem Herrn wie Nimrod.
10:10 Kerngebiet seines Reiches war Babel, Erech, Akkad und Kalne im Land
Schinar.
10:11 Von diesem Land zog er nach Assur aus und erbaute Ninive,
Rehobot-Ir, Kelach
10:12 sowie Resen, zwischen Ninive und Kelach, das ist die große Stadt.
10:13 Ägypten zeugte die Luditer, die Anamiter, die Lehabiter, die
Naftuhiter,
10:14 die Patrositer und die Kasluhiter, von denen die Philister
abstammen, ferner die Kaftoriter.
10:15 Kanaan zeugte Sidon, seinen Erstgeborenen, und Het,
10:16 ferner die Jebusiter, die Amoriter, die Girgaschiter,
10:17 die Hiwiter, die Arkiter, die Siniter,
10:18 die Arwaditer, die Zemariter und die Hamatiter. Später spalteten
sich die Sippenverbände der Kanaaniter.
10:19 Das Gebiet der Kanaaniter reichte von Sidon, wenn man über Gerar
kommt, bis Gaza, wenn man über Sodom, Gomorra, Adma und Zebojim
kommt, bis Lescha.
10:20 Das waren die Söhne Hams nach ihren Sippenverbänden, nach ihren
Sprachen in ihren Ländern und Völkerschaften.
10:21 Auch Sem wurden Kinder geboren. Er ist der Stammvater aller Söhne
Ebers, der ältere Bruder Jafets.
Die ®Söhne Ebers¯ sind die Hebräer (hebr.: ibr¡m).
10:22 Die Söhne Sems sind Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram.
10:23 Die Söhne Arams sind Uz, Hul, Geter und Masch.
10:24 Arpachschad zeugte Schelach, Schelach zeugte Eber.
10:25 Dem Eber wurden zwei Söhne geboren; der eine hieß Peleg (Teilung),
denn zu seiner Zeit wurde das Land geteilt, und sein Bruder hieß
Joktan.
10:26 Joktan zeugte Almodad, Schelef, Hazarmawet, Jerach,
10:27 Hadoram, Usal, Dikla,
10:28 Obal, Abima‰l, Scheba,
10:29 Ofir, Hawila und Jobab. Das alles sind Söhne Joktans.
10:30 Ihr Siedlungsgebiet reichte von Mescha, wenn man über Sefar kommt,
bis ans Ostgebirge.
10:31 Das waren die Söhne Sems nach ihren Sippenverbänden, nach ihren
Sprachen in ihren Ländern, nach ihren Völkern.
10:32 Das waren die Sippenverbände der Söhne Noachs nach ihrer
Geschlechterfolge in ihren Völkern. Von ihnen zweigten sich nach der
Flut die Völker der Erde ab.
Der Turmbau zu Babel: 11,1-9
11:1 Alle Menschen hatten die gleiche Sprache und gebrauchten die
gleichen Worte.
11,1-9: An der alten Tradition von Babel als dem Schauplatz der
Sprachverwirrung zeigt der Erzähler, daß hohe Zivilisation ohne
Bindung an Gott die Menschen nicht eint und innerlich einander näher
bringt, sondern sie entzweit, so daß sie sich gegenseitig nicht mehr
verstehen.
11:2 Als sie von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Land Schinar
und siedelten sich dort an.
11:3 Sie sagten zueinander: Auf, formen wir Lehmziegel, und brennen wir
sie zu Backsteinen. So dienten ihnen gebrannte Ziegel als Steine und
Erdpech als Mörtel.
11:4 Dann sagten sie: Auf, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit
einer Spitze bis zum Himmel, und machen wir uns damit einen Namen,
dann werden wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen.
11:5 Da stieg der Herr herab, um sich Stadt und Turm anzusehen, die die
Menschenkinder bauten.
11:6 Er sprach: Seht nur, ein Volk sind sie, und eine Sprache haben sie
alle. Und das ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen
nichts mehr unerreichbar sein, was sie sich auch vornehmen.
11:7 Auf, steigen wir hinab, und verwirren wir dort ihre Sprache, so daß
keiner mehr die Sprache des anderen versteht.
11:8 Der Herr zerstreute sie von dort aus über die ganze Erde, und sie
hörten auf, an der Stadt zu bauen.
11:9 Darum nannte man die Stadt Babel (Wirrsal), denn dort hat der Herr
die Sprache aller Welt verwirrt, und von dort aus hat er die
Menschen über die ganze Erde zerstreut.
Die Erzväter: 11,10 - 36,43
Die Vorfahren Abrahams: 11,10-32
11:10 Das ist die Geschlechterfolge nach Sem: Sem zeugte im Alter von
hundert Jahren Arpachschad, zwei Jahre nach der Flut.
11:11 Nach der Geburt Arpachschads lebte Sem noch fünfhundert Jahre und
zeugte Söhne und Töchter.
11:12 Arpachschad zeugte mit fünfunddreißig Jahren Schelach.
11:13 Nach der Geburt Schelachs lebte Arpachschad noch vierhundertdrei
Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
11:14 Schelach zeugte mit dreißig Jahren Eber.
11:15 Nach der Geburt Ebers lebte Schelach noch vierhundertdrei Jahre und
zeugte Söhne und Töchter.
11:16 Eber war vierunddreißig Jahre alt, da zeugte er Peleg.
11:17 Nach der Geburt Pelegs lebte Eber noch vierhundertdreißig Jahre und
zeugte Söhne und Töchter.
11:18 Peleg war dreißig Jahre alt, da zeugte er Regu.
11:19 Nach der Geburt Regus lebte Peleg noch zweihundertneun Jahre und
zeugte Söhne und Töchter.
11:20 Regu war zweiunddreißig Jahre alt, da zeugte er Serug.
11:21 Nach der Geburt Serugs lebte Regu noch zweihundertsieben Jahre und
zeugte Söhne und Töchter.
11:22 Serug war dreißig Jahre alt, da zeugte er Nahor.
11:23 Nach der Geburt Nahors lebte Serug noch zweihundert Jahre und zeugte
Söhne und Töchter.
11:24 Nahor war neunundzwanzig Jahre alt, da zeugte er Terach.
11:25 Nach der Geburt Terachs lebte Nahor noch hundertneunzehn Jahre und
zeugte Söhne und Töchter.
11:26 Terach war siebzig Jahre alt, da zeugte er Abram, Nahor und Haran.
11:27 Das ist die Geschlechterfolge nach Terach: Terach zeugte Abram,
Nahor und Haran; Haran zeugte Lot.
11:28 Dann starb Haran, noch vor seinem Vater Terach, in seiner Heimat Ur
in Chaldäa.
11:29 Abram und Nahor nahmen sich Frauen; die Frau Abrams hieß Sarai, und
die Frau Nahors hieß Milka; sie war die Tochter Harans, des Vaters
der Milka und der Jiska.
11:30 Sarai war unfruchtbar, sie hatte keine Kinder.
11:31 Terach nahm seinen Sohn Abram, seinen Enkel Lot, den Sohn Harans,
und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes Abram, und
sie wanderten miteinander aus Ur in Chaldäa aus, um in das Land
Kanaan zu ziehen. Als sie aber nach Haran kamen, siedelten sie sich
dort an.
11:32 Die Lebenszeit Terachs betrug zweihundertfünf Jahre, dann starb
Terach in Haran.
Abrahams Berufung und Wanderung nach Kanaan: 12,1-9
12:1 Der Herr sprach zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner
Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir
zeigen werde.
1-3: In der Berufung Abrahams und der Segenszusage an ihn setzt
Gott dem seit der ersten Sünde anwachsenden Fluch den Segen entgegen
Wie der Fluch sich auf die ganze Menschheit auswirkte, so soll nun
der Segen die ganze Menschheit erreichen. Zum Mittler des Segens wir
Abraham erwählt.
12:2 Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen
Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.
12:3 Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich
verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen
erlangen.
18,18; 22,18; 26,4; 28,14; Sir 44,21; Gal 3,6-18
Jemand segnen bedeutet hier soviel wie jemand Gutes wünschen, ihm
Wohlwollen bezeigen, mit ihm Gemeinschaft pflegen; mit dem
Verwünschen oder Verfluchen ist zum Ausdruck gebracht, daß man mit
dem Betreffenden nichts zu tun haben will, daß man keine Gemeinschaft
mit ihm wünscht.
12:4 Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte, und mit ihm ging
auch Lot. Abram war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran
fortzog.
12:5 Abram nahm seine Frau Sarai mit, seinen Neffen Lot und alle ihre
Habe, die sie erworben hatten, und die Knechte und Mägde, die sie in
Haran gewonnen hatten. Sie wanderten nach Kanaan aus und kamen dort
an.
12:6 Abram zog durch das Land bis zur Stätte von Sichem, bis zur
Orakeleiche. Die Kanaaniter waren damals im Land.
12:7 Der Herr erschien Abram und sprach: Deinen Nachkommen gebe ich
dieses Land. Dort baute er dem Herrn, der ihm erschienen war, einen
Altar.
12:8 Von da brach er auf zum Bergland östlich von Bet-El und schlug sein
Zelt so auf, daß er Bet-El im Westen und Ai im Osten hatte. Dort
baute er dem Herrn einen Altar und rief den Namen des Herrn an.
12:9 Dann zog Abram immer weiter, dem Negeb zu.
Abraham und Sara in Ägypten: 12,10-20
12:10 Als über das Land eine Hungersnot kam, zog Abram nach Ägypten hinab,
um dort zu bleiben; denn die Hungersnot lastete schwer auf dem Land.
12:11 Als er sich Ägypten näherte, sagte er zu seiner Frau Sarai: Ich
weiß, du bist eine schöne Frau.
12:12 Wenn dich die Ägypter sehen, werden sie sagen: Das ist seine Frau!,
und sie werden mich erschlagen, dich aber am Leben lassen.
12:13 Sag doch, du seiest meine Schwester, damit es mir deinetwegen gut
geht und ich um deinetwillen am Leben bleibe.
12:14 Als Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, daß die Frau sehr
schön war.
12:15 Die Beamten des Pharao sahen sie und rühmten sie vor dem Pharao. Da
holte man die Frau in den Palast des Pharao.
12:16 Er behandelte Abram ihretwegen gut: Abram bekam Schafe und Ziegen,
Rinder und Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele.
12:17 Als aber der Herr wegen Sarai, der Frau Abrams, den Pharao und sein
Haus mit schweren Plagen schlug,
12:18 ließ der Pharao Abram rufen und sagte: Was hast du mir da angetan?
Warum hast du mir nicht gesagt, daß sie deine Frau ist?
12:19 Warum hast du behauptet, sie sei deine Schwester, so daß ich sie mir
zur Frau nahm? Nun, da hast du deine Frau wieder, nimm sie, und geh!
12:20 Dann ordnete der Pharao seinetwegen Leute ab, die ihn, seine Frau
und alles, was ihm gehörte, fortgeleiten sollten.
Abraham und Lot: 13,1-13
13:1 Von Ägypten zog Abram in den Negeb hinauf, er und seine Frau mit
allem, was ihm gehörte, und mit ihm auch Lot.
13:2 Abram hatte einen sehr ansehnlichen Besitz an Vieh, Silber und Gold.
13:3 Er wanderte von einem Lagerplatz zum andern weiter, vom Negeb bis
nach Bet-El, bis zu dem Ort, an dem anfangs sein Zelt gestanden
hatte, zwischen Bet-El und Ai,
12,8
13:4 dem Ort, wo er früher den Altar erbaut hatte. Dort rief Abram den
Namen des Herrn an.
13:5 Auch Lot, der mit Abram gezogen war, besaß Schafe und Ziegen, Rinder
und Zelte.
13:6 Das Land war aber zu klein, als daß sich beide nebeneinander hätten
ansiedeln können; denn ihr Besitz war zu groß, und so konnten sie
sich nicht miteinander niederlassen.
13:7 Zwischen den Hirten Abrams und den Hirten Lots kam es zum Streit;
auch siedelten damals noch die Kanaaniter und die Perisiter im Land.
13:8 Da sagte Abram zu Lot: Zwischen mir und dir, zwischen meinen und
deinen Hirten soll es keinen Streit geben; wir sind doch Brüder.
13:9 Liegt nicht das ganze Land vor dir? Trenn dich also von mir! Wenn du
nach links willst, gehe ich nach rechts; wenn du nach rechts willst,
gehe ich nach links.
13:10 Lot blickte auf und sah, daß die ganze Jordangegend bewässert war.
Bevor der Herr Sodom und Gomorra vernichtete, war sie bis Zoar hin
wie der Garten des Herrn, wie das Land Ägypten.
13:11 Da wählte sich Lot die ganze Jordangegend aus. Lot brach nach Osten
auf, und sie trennten sich voneinander.
13:12 Abram ließ sich in Kanaan nieder, während Lot sich in den Städten
jener Gegend niederließ und seine Zelte bis Sodom hin aufschlug.
13:13 Die Leute von Sodom aber waren sehr böse und sündigten schwer gegen
den Herrn.
Gottes Verheißung an Abraham: 13,14-18
13:14 Nachdem sich Lot von Abram getrennt hatte, sprach der Herr zu Abram:
Blick auf und schau von der Stelle, an der du stehst, nach Norden
und Süden, nach Osten und Westen.
13:15 Das ganze Land nämlich, das du siehst, will ich dir und deinen
Nachkommen für immer geben.
(15f) 15,7.18-21; 17,8; 26,2-5; 28,1-4.13f; 35,12
13:16 Ich mache deine Nachkommen zahlreich wie den Staub auf der Erde. Nur
wer den Staub auf der Erde zählen kann, wird auch deine Nachkommen
zählen können.
13:17 Mach dich auf, durchzieh das Land in seiner Länge und Breite; denn
dir werde ich es geben.
13:18 Da zog Abram mit seinen Zelten weiter und ließ sich bei den Eichen
von Mamre in Hebron nieder. Dort baute er dem Herrn einen Altar.
Abraham und Melchisedek: 14,1-24
14:1 Damals führten Amrafel, der König von Schinar, Arjoch, der König von
Ellasar, Kedor-Laomer, der König von Elam, und Tidal, der König der
Völker,
14:2 Krieg gegen Bera, den König von Sodom, Birscha, den König von
Gomorra, Schinab, den König von Adma, Schemeber, den König von
Zebojim, und den König von Bela, das jetzt Zoar heißt.
14:3 Sie alle zogen als Verbündete in das Siddimtal, das jetzt Salzmeer
heißt.
14:4 Zwölf Jahre waren sie Kedor-Laomer untertan gewesen, im dreizehnten
Jahr fielen sie von ihm ab.
14:5 Im vierzehnten Jahr kamen Kedor-Laomer und die mit ihm verbündeten
Könige. Sie schlugen die Rafa‹ter in Aschterot-Karnajim, die Susiter
in Ham, die Emiter in der Ebene von Kirjatajim
14:6 und die Horiter in ihrem Gebirge Se‹r bis nach El-Paran, das am
Rande der Wüste liegt.
14:7 Auf dem Rückweg kamen sie nach En-Mischpat, das jetzt Kadesch heißt,
und verwüsteten das ganze Gebiet der Amalekiter sowie das der
Amoriter, die in Hazezon-Tamar wohnten.
14:8 Der König von Sodom, der König von Gomorra, der König von Adma, der
König von Zebojim und der König von Bela, das jetzt Zoar heißt,
zogen aus und stellten sich ihnen im Siddimtal zum Kampf,
14:9 nämlich Kedor-Laomer, dem König von Elam, Tidal, dem König der
Völker, Amrafel, dem König von Schinar, und Arjoch, dem König von
Ellasar: vier Könige gegen fünf.
14:10 Das Siddimtal war voller Erdpechgruben; die Könige von Sodom und
Gomorra mußten fliehen und fielen dort hinein, die übrigen flohen
ins Gebirge.
14:11 Die Feinde nahmen die ganze Habe von Sodom und Gomorra sowie alle
ihre Vorräte mit und zogen ab.
14:12 Als sie abzogen, nahmen sie auch Lot, den Neffen Abrams, und seine
Habe mit; Lot wohnte damals in Sodom.
14:13 Ein Flüchtling kam und berichtete es dem Hebräer Abram; Abram wohnte
bei den Eichen des Amoriters Mamre, des Bruders Eschkols und Aners,
die seine Bundesgenossen waren.
14:14 Als Abram hörte, sein Bruder sei gefangen, musterte er seine
ausgebildete Mannschaft, dreihundertachtzehn Mann, die alle in
seinem Haus geboren waren, und nahm die Verfolgung auf bis nach Dan.
®Bruder¯ wird im Hebräischen auch für einen Verwandten (hier: den
Neffen) gebraucht.
14:15 In der Nacht verteilten sie sich, er und seine Knechte, um sie zu
überfallen. Er schlug sie und verfolgte sie bis Hoba, nördlich von
Damaskus.
14:16 Er brachte die ganze Habe zurück, auch seinen Bruder Lot und dessen
Besitz sowie die Frauen und die übrigen Leute.
14:17 Als er nach dem Sieg über Kedor-Laomer und die mit ihm verbündeten
Könige zurückkam, zog ihm der König von Sodom ins Schawetal
entgegen, das jetzt Königstal heißt.
14:18 Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus. Er
war Priester des Höchsten Gottes.
Ps 110,4; Hebr 5,6.10; 6,20; 7,1.10-17
18-20: In der Begegnung Abrahams mit Melchisedek zeigt sich, daß
der ®höchste Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde¯, der in
Jerusalem verehrt wird, derselbe ist wie der Gott Abrahams.
14:19 Er segnete Abram und sagte: Gesegnet sei Abram vom Höchsten Gott,
dem Schöpfer des Himmels und der Erde,
14:20 und gepriesen sei der Höchste Gott, der deine Feinde an dich
ausgeliefert hat. Darauf gab ihm Abram den Zehnten von allem.
Hebr 7,2.4.8f
14:21 Der König von Sodom sagte zu Abram: Gib mir die Leute zurück, die
Habe behalte!
14:22 Abram entgegnete dem König von Sodom: Ich erhebe meine Hand zum
Herrn, dem Höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde:
14:23 Keinen Faden und keinen Schuhriemen, nichts von allem, was dir
gehört, will ich behalten. Du sollst nicht behaupten können: Ich
habe Abram reich gemacht.
14:24 Nur was meine Leute verzehrt haben und was auf die Männer entfällt,
die mit mir gezogen sind, auf Aner, Eschkol und Mamre, das sollen
sie als ihren Anteil behalten.
Gottes Bund mit Abraham: 15,1-21
15:1 Nach diesen Ereignissen erging das Wort des Herrn in einer Vision an
Abram: Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild; dein Lohn
wird sehr groß sein.
15:2 Abram antwortete: Herr, mein Herr, was willst du mir schon geben?
Ich gehe doch kinderlos dahin, und Erbe meines Hauses ist Eli‰ser
aus Damaskus.
Schluß des Verses in H unklar, daher Übersetzung unsicher.
15:3 Und Abram sagte: Du hast mir ja keine Nachkommen gegeben; also wird
mich mein Haussklave beerben.
15:4 Da erging das Wort des Herrn an ihn: Nicht er wird dich beerben,
sondern dein leiblicher Sohn wird dein Erbe sein.
15:5 Er führte ihn hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf, und
zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So
zahlreich werden deine Nachkommen sein.
13,16; 22,15-18; 26,4; 28,14
15:6 Abram glaubte dem Herrn, und der Herr rechnete es ihm als
Gerechtigkeit an.
Röm 4,3.9.22; Gal 3,6; Jak 2,23
15:7 Er sprach zu ihm: Ich bin der Herr, der dich aus Ur in Chaldäa
herausgeführt hat, um dir dieses Land zu eigen zu geben.
15:8 Da sagte Abram: Herr, mein Herr, woran soll ich erkennen, daß ich es
zu eigen bekomme?
15:9 Der Herr antwortete ihm: Hol mir ein dreijähriges Rind, eine
dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und
eine Haustaube!
15:10 Abram brachte ihm alle diese Tiere, zerteilte sie und legte je eine
Hälfte der andern gegenüber; die Vögel aber zerteilte er nicht.
15:11 Da stießen Raubvögel auf die Fleischstücke herab, doch Abram
verscheuchte sie.